Die wichtigsten Vulkantypen

23. Februar 2026

Vulkane gibt es in einer Handvoll Grundformen, und die Form wird fast vollständig vom Magma bestimmt: wie viel Kieselsäure es enthält, wie viel Gas und wie dünnflüssig es ist. Hier die wichtigsten Typen, vom sanftesten bis zum heftigsten.

Schildvulkane

Breite, sanft geneigte Kuppeln, aufgebaut aus Tausenden dünner, dünnflüssiger Basalt-Lavaströme. Das Magma ist kieselsäurearm und heiß, sodass Gas leicht entweicht und Ausbrüche meist Lavafontänen und -ströme statt Explosionen sind. Mauna Loa auf Hawaii ist der volumenmäßig größte Vulkan der Erde — ein Schild von etwa 100 km Durchmesser. Islands Vulkane und der Nyamuragira im Kongo sind weitere.

Stratovulkane (Schichtvulkane)

Der klassische steile, symmetrische Kegel, aufgebaut in wechselnden Schichten aus Lava und explosivem Auswurf. Diese entstehen über Subduktionszonen aus zäherem, gasreichem Magma mittlerer Kieselsäure. Sie können jahrhundertelang ruhen und dann heftig ausbrechen, mit Aschesäulen, pyroklastischen Strömen und Schlammströmen (Lahars). Fuji, Mayon, Cotopaxi, Vesuv, Mount St. Helens — die meisten der berühmten „vulkanförmigen“ Vulkane sind Stratovulkane, und die meisten tödlichen Ausbrüche der Geschichte kamen von ihnen.

Calderas

Kein Berg, sondern ein Loch. Wenn ein sehr großer Ausbruch eine flache Magmakammer leert, kollabiert das Dach der Kammer und hinterlässt ein kilometerweites Becken. Crater Lake in Oregon füllt eine Caldera, die zurückblieb, als Mount Mazama vor etwa 7.700 Jahren kollabierte. Yellowstone, Santorin, die Campi Flegrei bei Neapel und Taupō in Neuseeland sind Calderas. Die größten — „Supervulkane“ — können VEI-8-Ausbrüche erzeugen, wenn auch keiner in geschichtlicher Zeit.

Eine Caldera kann lange gefährlich bleiben. Die Campi Flegrei, deren letzter großer Ausbruch 1538 war, blähen sich seit Jahrzehnten langsam auf und erzeugen Erdbebenschwärme.

Schlackenkegel und Spaltenfelder

Schlackenkegel sind der kleinste häufige Vulkan: ein einzelner steiler Haufen, meist unter 300 m hoch, in Wochen bis Jahren aus schaumigen Lavabrocken aufgebaut, die aus einem Schlot geworfen werden. Parícutin in Mexiko wuchs bekanntlich ab 1943 auf dem Feld eines Bauern.

Spaltenschlote und Vulkanfelder brechen aus langen Rissen statt aus einem zentralen Schlot aus und speisen Lavaströme und Reihen kleiner Kegel. Islands Reykjanes-Ausbrüche 2021–2024 und der Laki-Ausbruch 1783 sind Spaltenausbrüche; die Vulkanfelder um Auckland und Flagstaff sind derselbe Stil, über ein weites Gebiet verteilt.

Quellen

  1. U.S. Geological Survey — Volcano Hazards Program: „Types of volcanoes“, „Principal types of volcanoes“.
  2. Global Volcanism Program, Smithsonian Institution — „Volcano types“, Volcanoes of the World.
  3. Sigurdsson, H. et al. (Hrsg.) (2015). The Encyclopedia of Volcanoes, 2. Aufl. Academic Press.
← Zur interaktiven Karte